Geschichte & Brauchtum

Geschichte & Brauchtum

Grünlichtenberg und Höckendorf - Entstehung und Geschichte in Auszügen

Aus der Überlieferung wissen wir, dass 1150-1170 die beiden Orte Grünberg und Lichtenberg gegründet wurden. Die Siedler waren deutschen Ursprungs. Im Gegensatz zu den slawischen Ansiedlungen sind die deutschen Dörfer jünger. Im übertragenen Sinne bedeuten die Namen der Dörfer: am grünen Berg und im lichten Hain. In einer Urkunde vom 12. Mai 1336 steht, dass der Probst und Konvent des Nonnenklosters zu Döbeln von der Domkirche zu Meißen die Dörfer Grunenbergk und Höckendorph erwarb. Auch der südöstlich gelegenen Nonnenwald gehörte dazu.

1485 kam Höckendorf in den Herrschaftsbereich des Herzogs Albrecht von Sachsen. Einige Zeit später taucht nun der erste, namentlich bekannte, Höckendorfer auf. Es ist dies der Förster Benediktus Hebenstreit, und damit wird das von K. Arnold erwähnte Försterhaus bestätigt. Ein gewisser Blasius Waldmeister hatte, vermutlich im Streite und nach Einnahme von genügend Alkohol, den Waldheimer Peter Hebenstreit erschlagen. Am 28. Dezember 1491 wird dieser Totschlag vor dem Richter Nocolesch in Roßwein verhandelt. Die gerichtliche Niederschrift zählt erst die Zeugen der einen Partei auf und nennt dann die anderen: "der Forster von Hogkendorf..."

1845 verschmolzen Grünberg und Lichtenberg zu der Gemeinde Grünlichtenberg. Die Vereinigung mit Höckendorf erfolgte am 01.03.1994.

Weiteres zur Geschichte Grünlichtenbergs finden Sie unter: www.gruenlichtenberg.de.

 

Reichenbach

Eine erste Erwähnung Reichenbachs geht auf das Jahr 1404 zurück. 1551 gehörte das Dorf zum Rittergut Kriebstein und kommt bei der Erbteilung der Brüder von Carlowitz 1562 zum Rittergut Ehrenberg. Reichenbach ist nach Grünlichtenberg eingepfarrt. Das Dorf entstand auf der Wüstung Eulitz als platzartiges Reihendorf mit Geländeflur. 1551 hatte Reichenbach 27 besessen Mann und 53 Inwohner; 1764 28 besessen Mann, 24 Häusler je 24 Schocke.

Legende:
Als "besessen Mann" wird der vollberechtigte bäuerliche Hufenbesitzer bezeichnet, als "Inwohner" die Gruppe der haus- und grundbesitzlosen Hausgenossen und Dienstboten (Knechte und Mägde).
Die Angaben über besessen Mann, Gärtner und Häusler bezeichnen jeweils eine Wohnstelle oder Familie, bei Inwohnern wird die Kopfzahl angegeben.
"Hufe" ist das Maß für Landwirtschaftlichen Grundbesitz und Nutzungsrechte an der Flur.

 

Kriebethal

Der Ortsteil Kriebethal wurde 1549 in einem Talkessel an der Zschopau südlich der Burg errichtet. Kriebethal war von Anfang an nach Waldheim eingepfarrt. Die Besiedlungsform wies Häuserzeilen mit Parzellenflur aus. Seit 1563 unterlag das "Dörfchen" mit seinen 12 Häuslern der herrschaftlichen Gerichtsbarkeit des Rittergutes Ehrenberg.
Besessen Mann gab es im 1579 genannten "Griebenthal" nicht; 1764 zählte Kriebethal 23 Gärtner, 14 Häusler, angegeben ist 1 Hufe zu 22 Schocke. Im Schatten des Rittergutes Ehrenberg und auf dessen Grund und Boden schlummerte das "Dörfchen" so vor sich hin, bis 1856 mit der Gründung der Firma Kübler und Niethammer erst langsam, nach 1872 dann zielstrebig und erfolgreich ein neues Industriedorf entstand. Noch 1904 besaß die Gemeinde kein Land - kein eigenes Land.

 

Ehrenberg

Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Ehrenberg geht auf das Jahr 1378 zurück. Schon vor der Reformation gehörte Ehrenberg zum Kirchspiel Waldheim. 1579 wurde die Einpfarrung nach Waldheim neu geregelt. Ehrenberg entstand als Waldhufendorf mit Gutsblöcken. Zu Ehrenberg gehörten 2 "Vorwerge" - Ehrenberg und Massanei. 1563 wurde mit der Wahl des Herrensitzes aus dem "Vorwerg" das Rittergut Ehrenberg. Bis zur Aufteilung des Landbesitzes 1945 gehörte das Vorwerk Massanei zum Rittergut Ehrenberg. Vor 1563 waren Dorf und "Guth" Ehrenberg zum Rittergut Kriebstein gehörig. Angegeben ist 1551 Ehrenberg mit Kriebethal mit 22 besessen Mann und 42 Inwohnern, 1764 mit 16 besessen Mann, 4 Gärtnern, 29 Häuslern, 11 1/4 Hufe, je 24 Schocke.

 

Höfchen

1445 wurde das Dorf "Höffichen" erstmals in einer Urkunde erwähnt. Seit altersher ist Höfchen nach Beerwalde eingepfarrt. Zur Besiedlungsstruktur wird Höfchen als Platzdorf mit Häuserzeile (Moritzfeld) und parzelliger Waldhufenflur erwähnt. Der Ortsteil Moritzfeld entstand erst um 1730 unter Moritz Friedrich von Milkau. Der selbständige Rittergutsbezirk Kriebstein wurde erst um 1910 mit Höfchen eingemeindet. 1748 hatte Höfchen 5 besessen Mann, 3 Gärtner und 5 Häusler als gezählte Einwohner mit 2 1/2 Hufen, je 24 Schocken Land. Kriebstein wird 1445 als Rittersitz mit Gutssiedlung und Gutsblockflur erwähnt und 1799 mit 4 Häuslern angegeben.

 

Erlebach

Die erste urkundliche Erwähnung Erlebachs ist auf 1350 mit "Erlbach" belegt. Erlebach ist nach Ringethal eingepfarrt und war eine zeitlang zum Rittergut Ringethal gehörig. 1606 und 1764 gehörte das Dorf zum Rittergut Ehrenberg. Die Besiedlung ist Reihendorf mit Geländeflur (1900 - 208 ha). Erlebach weist 1551 10 besessen Mann und 7 Inwohner auf; 1764 10 besessen Mann, 2 Gärtner, 3 Häusler und 8 Hufen; gehörte 1590 zum Amt Rochlitz und seit 1875 zur Amtshauptmannschaft Rochlitz.

 

Die vorher selbständigen Gemeinden haben sich seit 01.01.1994 zur heutigen Gemeinde Kriebstein vereinigt.